Unsere Route

gefahrene Strecke

Gefahrene Kilometer:
16.150 km

Unsere Spendensumme:
6.736,24 €

Bildergalerie

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Paraguay, Argentinien & Uruguay

Zunächst hieß es, den Nationalpark "Laguna de Rocha" mit seinen wunderschönen Lagunen zu durchqueren. Leider endete die offizielle Straße mitten im Park. Kein Wunder, hier liegen zwischen Lagune und Meer teilweise nur wenige Meter – Pudersand. Unsere größte Sorge jedoch war, dass es einen Fluss zwischen beiden geben könnte und wir diesen nicht durchqueren könnten. Da uns diesbezüglich weder Google noch Einheimische Auskunft erteilen konnten, probierten wir unser Glück.

Weg zur Laguna Rocha

Dann hinter einer Düne der Schock: Wasser! Nicht nur ein kleiner Rinnsal, nein, viel zu tief für jegliche Überquerungen! Jetzt hofften wir, dass dieser angebliche Fluss nicht bis zum Meer reicht und vorher aufhört. Stefan legte eine Joggingeinlage hin und überprüfte die Lage weiter vorn. Wir hatten Glück im Unglück, es war nur ein Arm der Lagune und das Schieben ging weiter. Bei knapp 35°C durften wir die Fahrräder an Tinas Geburtstag daher 1,5 Kilometer schweißtreibend durch den Sand hieven. Dafür hatten wir dann aber auch einen traumhaften Platz zum Campen ...

Plaza de Artigas in Montevideo

Abends jedoch ereignete sich ein nervenzerreißendes Desaster! Von den vielen Einsätzen mit Benzin war der Zulauf verstopft und beim Versuch, diesen zu reinigen, geschah das Problem: die Watte des Wattestäbchens blieb darin stecken! Leider gab es aufgrund der Bauweise keine Chance, daran heran zu kommen. Wir dachten an Wegbrennen oder Zersägen und wieder Löten. Doch wie sollten wir das hier anstellen ... Es zermürbte uns den Kopf, denn in wenigen Tagen (ab Ushuaia) sind wir wieder extrem darauf angewiesen.

Buenos Aires

Nun sind wir gespannt auf den Süden Südamerikas; morgen fliegen wir nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, um von dort ins Feuerland und die Gletscherwelt aufzubrechen.


07.12.2015: 5.253 km – 6.703 km, von Foz do Iguaçu nach Punta del Diablo
Paraguay, Argentinien, Brasilien, Uruguay und mit Blaulicht nach Alvear

Eine neue Ära beginnt: nachdem wir in rund 3 Monaten Brasilien durchquert haben, reisten wir nun ins Spanisch-sprachige Gebiet, in andere Klimazonen usw. In unserer letzten 14-tägigen Etappe durchkreuzten wir gleich vier Länder: Paraguay, Argentinien, Brasilien und Uruguay.

Wir verließen Brasilien und die schönen Iguacu-Wasserfälle, indem wir über Ciudad del Este nach Paraguy weiterradelten. Eine beeindruckende Stadt – hier werden von 5 % der Bevölkerung rund 60 % des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Entsprechend kann man sich vorstellen, wie weite Teile des Landes aussehen. In diesen nur drei Tagen bis zur nächsten Grenzüberschreitung in Encarnacion bemerkten wir vor allem, dass die Menschen hier trotz der für Europäer offensichtlichen Armut sehr sehr glücklich wirkten. Kein Wunder, Umfragen zulaute sind Paraguayaner die glücklichsten Menschen der Welt.

Die Landschaft und die sicherere Umgebung luden von nun an inbesondere zum Zelten ein, so dass wir nun täglich in unser eigenes kleines, warmes Häuschen einkehrten.

Matschiger Lehm bei Regenwetter

Doch plötzlich rüttelte es am Zelt – "Policía" rief einer! Mit gezogenen Pistolen standen sie vor uns und jagten uns einen großen Schrecken ein. Nach kurzer Verständigung stellte sich jedoch heraus, dass dieser Platz wegen Raubes für uns nicht sicher sei und wir unbedingt in Stadtnähe zelten sollten. Da es bereits dämmerte und noch 10 km bis zur Stadt Alvear waren, brachten sie uns auch noch in ihrem Pickup inkl. Blaulicht nach Alvear. Zwei Stunden später konnten wir dann erneut, aber sehr beruhigt die Augen schließen.

Stempel bei Grenzüberschreitung von Argentinien nach Brasilien

Es folgte ein Tag Brasilien. Wir radelten 130 km durchs grüne und wenig besiedelte Land von der einen Grenze zur nächsten nach Artigas (Uruguay). Unser nächstes Ziel war der Uruguayische Strand bei Punta del Diablo, doch bis dahin trennten uns noch rund 625 km. Wir hatten straffe sechs Tage geplant; und "straff" ist dabei noch harmlos ausgedrückt. Es quälte uns enormer Gegenwind und widrige Straßenverhältnisse. (Von 77.732 km Straßen sind 69.989 km Sand- und Schotterpisten.) Immer wieder schauten wir auf die Karte und hofften, dass wir am kommenden Tag dann von zumindest Seitenwind profitieren können. Aber es schien der Teufel im Wind zu stecken – er drehte sich hier mehrfach und wir hatten tatsächlich immer wieder frustrierenden und hoffnungslosen Gegenwind!

Grüne Hügellandschaft im Frühling Uruguays

Das Ende der Etappe gab uns dann uns den Rest. In Punta del Diablo angekommen, strebten wir wieder einen Campingplatz an. Abgesehen davon, dass einer undauffindbar war, waren fast alle anderen wegen noch beginnender Saison geschlossen. Einer bot sich an, hatte jedoch kein Internet und das war nach einer solchen Etappe, einem wegen Regen-Undichtigkeit zu klebenden Zelt und für die kommende Reiseplanung ein absolutes Muss. Wir fragten uns in Hostels durch. Erst nach zwei Stunden fanden wir ein Hostel, das auch eine Ausnahme für unser Zelt machte. Völlig durchgefroren, da wir hier nachts auch nur noch 12 Grad haben, und nach 122 Gegenwind-Kilometern genossen wir die warme Dusche und konnten die zwei ersehnten Reparatur- und Ruhetage beginnen lassen ...


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